Feb 16 2010

Wie beim Pay-TV

Paid Content schreit aktuell wieder aus allen Ecken und man darf sich sicher sein, dass sich diese Diskussion in den kommenden Wochen und Monaten wohl auch nicht ändern wird. Für Verleger ist es der Weisheit letzter Schluss und ich kann sie sogar verstehen.

Sie wollen ihre wertvollen Inhalte nicht kostenlos verscherbeln, verzeichnen aber noch nicht die großen Werbeeinnahmen, so dass der Leser herhalten soll. Continue reading


Feb 10 2010

So klappt PersonalNews… nicht

Vor einer Woche ist PersonalNews gestartet. Ein neuer Versuch eine individuelle Zeitung auf dem Markt zu positionieren. Alles nichts Neues. Newsmax hat vor Jahren mal einen Vorläufer positioniert. Niiu hat es versucht. Einige andere kleine Versuche wurden gestartet. Richtig durch die Decke gegangen ist bisher niemand.

PersonalNews wollte es besser machen, fand erste Verlage und beschränkt sich auf den E-Mail-Versand. Clever, denn damit entfällt der Druck undVertrieb sowie die sämtlichen damit verbundenen Kosten. Continue reading


Jan 6 2010

Ich habe keine Angst vor Roboterjournalismus

Als Blogger und angehender Journalist mache ich mir gar keine Sorgen, wenn immer mehr Plattformen aus dem Boden schießen, die einfach nur im weiten Netz Inhalte sammeln und wiederkäuen. Ebenso ist es ziemlich irrelevant, wenn die netzeitung zu eben solchem Roboterjournalismus verkommt.

Klar, es ist bitter, wenn Medien eingestellt und Redakteure entlassen werden.
Selbstverständlich fallen dadurch Arbeitsplätze weg.
Es macht die Sache nicht leichter.

Aber umso beruhigender ist, dass all diese Modelle einfach nicht funktionieren, wenn da draußen nicht Redakteure, Journalisten und Blogger sitzen, die eigene Texte verfassen. Denn dann haben diese Portale keinen Content mehr, den sie weitertragen können. Continue reading


Dec 4 2009

Weiterdenken!

Nach Spiegel stellt nun auch der Focus seinen Sonntagsvertrieb ein.
Zu unrentabel sein der vorzeitige Verkauf.
Eigentlich auch verständlich. Es war absehbar. Hätten die Damen und Herren Verlegerinnen vorher richtig nachgedacht, hätten sie sich dieses Projekt – in dieser Form – ersparen können.

Dabei ist der Ansatz durchaus gut.

Natürlich haben Leser am Wochenende mehr Zeit, um sich einer eingehenden Lektüre zu widmen. Besonders, wenn es um so “dicke Brocken”, wie den Spiegel oder den Focus geht.

Nur beginnt das Wochenende allgemein nicht erst am Sonntag, sondern schon am Samstag und wenn man es genau nimmt am Freitag Nachmittag. Hier müsste man ansetzen, um die Wochenendleser gezielt zu erreichen. Für Focus und Spiegel sind diese Tage eindeutig zu früh. Hierfür müsste man den gesamten Ablauf umstellen. Der Redaktionsschluss würde nach vorne rücken. Passt also nicht.

Somit werden Spiegel und Focus auch weiterhin ab Montag informieren, um dann am folgenden Wochenende jedoch schon wieder (halb)veraltet zu sein.

Eine Nische, die man nutzen könnte.
Mit einer Wochenzeitschrift, die aktuell schon am Wochenende berichtet. Dann also, wenn die Leser sich mehr Zeit nehmen, um sich auch längeren Texten zu widmen. Mit einem Erscheinungstermin, der halt nicht Montag oder Sonntag heißt, sondern eben Freitag oder notfalls Samstag.


Nov 30 2009

Würde paid content bei mir funktionieren?

Es rückt ja näher. Ausländische Verlage tun sich zusammen, um einen Web-Katalog für ihre Inhalte zu gründen, über die die Angebote dann bezogen werden können. In Deutschland finden sich erste Nachahmer. Egal, ob jetzt oder später. Paid Content kommt. Irgendwann!

Da frage ich mich, für was ich bereit wäre zu bezahlen.

Ich habe meinen Feedreader mal ein wenig unter die Lupe genommen. Denn manuell gebe ich schon lange keine Nachrichtenseiten mehr in den Browser ein. Danach habe ich meine Newsletter angeschaut, die täglich in meinem virtuellen Briefkasten landen. Zuletzt habe ich meinen Blick über meine Facebook- und Twitterkontakte schweifen lassen. Über diese Kanäle beziehe ich im Internet meine Informationen.

Doch für keines der dort abonnierten Angebote würde ich tatsächlich Geld bezahlen. Und wenn doch, dann sogar maximal noch für die Blogs, die ich verfolge. Denn die sind gut, die heben sich ab und gerade im Fußball-Bereich erhalte ich hier alle nötigen Informationen, die ich aus den Vereinen und Ligen benötige.

Die Nachrichtenportale liefern einen angenehmen Rund-um-Blick und eine breite Information, aber meistens klicke ich die Nachrichten ohnehin nur durch ohne wirklich intensiv zu lesen. Eine Ausnahme bilden da noch Mediendienste, wie meedia, dwdl und turi2. Hier verbringe ich noch die meiste Zeit mit Lesen.

Es sind also die Special Interest-Angebote, für die es sich lohnen würde auch tatsächlich Geld zu bezahlen. Denn dort erhalte ich gute, tiefgreifende und hintergründige Informationen aus einem speziellen Gebiet, das mich wirklich interessiert.

Nachrichten ziehe ich mir dann doch lieber aus den TV-Nachrichten oder meiner Tageszeitung. So oldschool es klingen mag, aber bis heute war mir das selber gar nicht so bewusst.

Im Bloggeralltag würde wahrscheinlich nicht so differenzierte Zitate anderer Medien auftauchen, aber dann vielleicht wieder mehr Bloggerstimmen, was gar nicht so verkehrt wäre.

Von daher würde es mich gar nicht stören, wenn die großen Tageszeitungs- und Nachrichtenverlage bzw. -medien sich zusammenschließen und breite Paid Content-Modelle anbieten. Kritisch wird es erst, wenn Branchendienste oder gar Blogger für ihre Inhalte Geld verlangen.

Wie ist es bei euch? Würdet ihr für ein Nachrichtenangebot im Internet Geld bezahlen oder lest ihr ohnehin, wie ich mehr Blogs, als Nachrichtenseiten?


Nov 28 2009

Gestalte dein Fashion-Magazin

Das nenn ich mal geil. Die Deutsche Post und New Yorker haben sich zusammen getan, um das Feld Web-to-Print nicht nur zu bereichern, sondern förmlich aufzurollen. User können nun ihr ganz persönliches Fashion-Magazin erstellen, dass man später direkt in den Briefkasten erhält. Dabei wird den Nutzern noch mehr Freiheit gelassen, wie zum Beispiel bei niiu.

User können eigene Bilder und Fotos hochladen, die dann entweder in einem eigenen oder in einem vorgegeben Layout platzieren und Daumen drücken. Denn das Magazin kann dann nicht nur als pdf runter geladen werden, die Post stellt dir das Mag dann gegen ein Endgeld auch noch zu. Und das ist noch immer nich alles.

Eine Jury wird sich zusammen setzen und die Eigenkreationen bewerten. Dem Sieger winkt ein Midnight-Shopping bei New Yorker im Wert von 500,- Euro. Wenn es sich da mal nicht lohnt etwas Gehirnschmalz einzusetzen.

Selbst ohne Gewnnchance ein durchaus reizvolles Projekt, um einfach mal ein hochwertiges ich:AG-Magazin (zum Beispiel!) in den Händen zu halten. Mal sehen, ob sich im vollen Terminkalender noch irgendwann Zeit findet. Deadline ist nämlich der 31.12.2009. Wer mitmachen will, sollte bei den New Yorker Titelhelden vorbei schauen.

Vielleicht ist man dann sogar Teil einer neuen Zeitungs-/Zeitschriften-Ära. Sollte das Angebot gut engenommen und vernünftig promoted und schlussendlich stark verkauft werden, wer weiß, wer sich dann noch alles zum Nachahmen hinreißen lässt. Im Special Interest-Bereich wäre diese Form der Magazingestaltung durchaus reizvoll.


Nov 16 2009

Nachmachen kann jeder

Eigene Ideen umsetzen nicht jeder. Daran wird sich die Bild messen müssen, wenn sie ihre neue Tabloid-Ausgabe für Jugendliche auf den Markt bringen. 15 Leute arbeiten gerade an einem Konzept, um auch die jüngere Zielgruppe anzusprechen, die aktuell besonders von “Welt kompakt” mit Nachrichten versorgt wird.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Nachahmer kommen werden. Dass ausgerechnet die Bild diesen Weg geht, verwundert schon ein wenig, zeigt aber die Chance in der Zielgruppe. Entweder irren die Verleger oder die Aussage, dass die Jugend nicht liest stimmt einfach nicht.

In zähle mich mit 27 Jahren und gewühlten fünf Jahren weniger mal genau zu dieser Zielgruppe und ich mag die Art und Weise, wie die “Welt kompakt” Themen, die mich interessieren ansprechen und umsetzen. Ich greife gerne zur WK.

Ich würde nie zur Bild greifen. Wohl auch nie zu einer “Bild kompakt”.
Das liegt aber vielleicht auch an Hamburg. Denn hier bekomme ich die WK mit Hamburg-Teil. In Frankfurt am Main fehlt ein lokaler Teil. Die Chance für die BK. Auch wenn ich dann lieber zu einer SZ greifen würde, denn zu einer BK, so bin ich auch nicht das Sinnbild von Bild-Lesern, die es landauf landab doch noch zuhauf gibt.

Trotzdem wäre es ein Armutszeugnis, wenn BK inhaltlich doch sehr der WK ähneln würde.
Nur verlegerisch wäre eine billige Kopie ganz sinnvoll, schließlich wäre BK das erste dieser Jugendformate in FFM. Würde WK auch nach Frankfurt expandieren würden sie dort als Ableger wahrgenommen werden. Entweder Bild setzt neue Akzente oder demnächst beginnt der Tabloid-Wettlauf um die Städte.


Nov 13 2009

Das W&V ePaper

Gestern hat Werben & Verkaufen erstmals sein neues ePaper präsentiert. Ab sofort ist somit die aktuelle Printausgabe auch online lesbar. Natürlich nur für Abonnenten. Aber zum Start durften alle einmal Probelesen. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen und habe mal vorbei geschaut.

Nun ja, wirklich überzeugt hat mich das ePaper nicht.

Natürlich sieht es erstmal chic aus und macht was her. Aber ich werde einfach nicht grün mit ePapers, da ich zwar viel und auch gern am Rechner lese, aber eben keine langen Texte und besonders keine frisch aufbereitete Printausgabe. Zu anstrengend, zu nervtötend. Da halte ich dann lieber Papier in der Hand, lese als normalen Fließtext oder drucke mir das passende Textteil aus. Klappt aber bei W&V ePaper leider nicht.

W+V drucken

Die Navigation in der oberen Leiste ist gut gelöst. Erst recht, da sie verschwindet und seine wahre Größe erst entfaltet, wenn man drüber fährt. Genau wie unten, wo dann eine Seitenübersicht auftaucht. Klasse!

W+V seiten

Allerdings haken die Funktionen noch etwas. Es dauert halt, bis man die eigentliche Seite größer bzw. kleiner bekommt.

Ohnehin geht die Menüführung nicht leicht von der Hand. Ich meine, ich habe schon einiges im Netz ausprobiert, aber beim Durckklicken und anlesen vom W&V ePaper haben ich doch etwas gebraucht und war zwischendurch verzweifelt, ehe alles wie gewünscht klappte.

Der Seitenaufbau schwankte zwischen extrem schnell und äußerst schleppend.
Der Wechsel zwischen einzoomen und auszommen zog sich hin.
Im Text ist eine ruhige Hand gefragt. Ein kleines Ruckeln und die Seite ruckelt mit. Zudem stellt sich der Cursor gern auch mal auf den Text und verdeckt somit Buchstaben.

Ohnehin mögen es die Damen und Herren von Werben & Verkaufen wohl, wenn man Teile ihres ePapers verdeckt. So haben sie sich “lustige” Anhänger ausgedacht, die an den Seiten “hängen”, um Hilfestellungen beim erstmaligen Lesen geben oder auf gewisse Funktionen hinweisen. Ein richtiger Weg, nur leider falsch umgesetzt. Denn solche Spielereien sollten NIEMALS den Inhalt verdecken. NIEMALS!

W+V ueberdeckt

Nachdem ich mich durch die über 100 Seiten geklickt hatte, mir Notizen machte und einige Beiträge ausdrucken wollte, um sie später zu lesen (siehe oben), setzte mir W&V eine unnehmbare Fußfessel an. Entweder drucke ich alles oder nicht. Dazwischen gibt es nichts. Die Möglichkeit nur einzelne Seiten oder die aktuelle Ansicht zu drucken ist unterdrückt. Das ist absoluter Mist. Ich möchte keine 100 Seiten drucken müssen, wenn ich nur 10 lesen mag.

Damit hatte sich das ePaper für mich erledigt und ich schloss das am Ende leider nervige Fenster.

Selbst, wenn man dadurch online einen Tag früher lesen kann, reicht es nicht aus, um in mir einen neuen Abonnenten zu gewinnen. Leider.


Nov 7 2009

Wer keine Ahnung hat sollte nicht schreiben

… oder zumindest besser recherchieren.

Verlage haben es nicht leicht in diesen Zeiten. Anzeigenumsätze brechen ein, Leserzahlen schwinden. Um die Not wenigstens ein wenig in Grenzen zu halten, müssen die Redaktionen Schritt halten mit der sich verändernden Medienlandschaft. Redakteure müssen sich auf neue Kommunikationsmöglichkeiten einstellen und mit ihren Themen den Nerv der Leser treffen.

Nur versteht nicht jeder die neuen Möglichkeiten und schockierender Weise nicht einmal die Begrifflichkeiten der neuen Medien.

Das schreibt die Hamburger Mopo über einen Flashmob in ihrer Hansestadt. Halbnackte rannten dort durch die U-Bahn-Stationen, wie die Fotos beweisen. Was der Redakteur dabei jedoch nicht bedacht hat, dass es sich hier um eine Aktion für die Hamburger Shopping Days handelt. Also vom Veranstalter inszeniert und glaubt man den Worten der Mopo zudem spontan. Ein Klick zu Wikipedia hätte dabei genügt, um das Wort Flashmob gänzlich aus diesem Artikel zu nehmen, sondern ihn einfach durch “Werbeaktion” zu ersetzen.

Viel fahrlässiger sind aber die Kollegen der GQ. Gerade bei einem Lifestyle-Magazin sollte man gute und fundierte Information erwarten, aber web2.0 ist hier noch nicht angekommen. Mit einer eigentlich guten Ideen wollten sie ihren männlichen Lesern nahe bringen, wen sie bei Twitter unbedingt folgen müssen. Doch stattdessen blamieren sie sich bei all jenen, die sich zumindest ein wenig mit dem Twitter-Sprachgebrauch auskennen. Denn konsequenterweise werden Megan Fox, Slash, Calmund & Co. als Tweets vorgestellt.

Sorry, Leute, aber so verliert ihr eher mehr Leser, als das ihr neue gewinnt, dabei wäre die korrekte Ausdrucksweise so einfach zu recherchieren gewesen.


Nov 6 2009

Mut zum Abkassieren

Es ist mal wieder eine Woche der Zukunft. Verleger schauen gespannt aufgeregt in die kommenden Monate. Sie wollen die Welt verändern und gehen damit das Risiko ein, auf das falsche Pferd zu setzen und deshalb zu scheitern.

Angeheizt, dass die Meldung, dass nur fünf Prozent der Online-Leser von Printtiteln überzeugt werden müssen, für Qualität im Netz zu halten, um richtigen Gewinn abzuschöpfen, krochen sie alle aus ihren Löchern.

Paid Content ist wieder in.
Wenn nichts hilft, dann zumindest die Geldbörse des kleinen Mannes.
Zum einen verständlich. Irgendwie muss es Verlagen gelingen endlich auch im Internet Gewinne zu erwirtschaften. Ewig wird man Nachrichten nicht kostenlos an den Leser bringen können. Gut, dass mittlerweile – aus der Hoffnungslosigkeit geboren – der Mut aufkommt, auch mal etwas zu wagen und die neuen Finanzierungsmodelle in Angriff zu nehmen.

Angenehm dabei zu beobachten, dass verschiedene Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. Es ist nicht das eine heilbringende Modell, das alle loben und nachmachen, sondern es gibt unterschiedliche Ansatzpunkte, die alle klappen könnten.

Ich sehe dabei iPhone-Applikationen in naher Zukunft erfolgversprechender, als ein eMag. Die Idee, eine Zeitung nur noch am Wochenende zu drucken und ansonsten online zu verbreiten, sehe ich dagegen mehr als skeptisch. Überzeugte Zeitungsleser greifen auch in der Woche zum Papier. Selbst, wenn es eine aussterbende Gattung ist. Aber wer überlegt sich von seinem Printtitel zu verabschieden, der kann die Zeitung gleich komplett einstampfen oder aber einfach nur hochwertige Inhalte produzieren.

Zögerlich, weil vorsichtig, dafür aber nicht ganz dumm die Idee der MediaNews Group 56 Zeitungs-Webseiten kostenpflichtig zu machen, um die Wirkung zu testen, um dann auch die prominenten Seiten aus dem Portfolio mit dem neuen Modell zu bestücken. Oder eben nicht.

Dabei bin ich aber noch immer der Meinung, dass nur die richtige Mischung Erfolg bringen wird. Ein cleverer Mix aus Paid Content und kostenloser Grundinformation.

Zudem wird Paid Content nur dann funktionieren, wenn alle (großen) Verlage an einem Strang ziehen, sonst wird der “Außenseiter” schnell zum großen Gewinner.