Mar 17 2010

The Boss Hoss ganz klassisch

Dass sich Künstler ein Alter Ego erschaffen, ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Doch was bei Lady Gaga aus New York hervorragend funktioniert, hat sich bei The Boss Hoss aus Berlin längst abgenutzt. Die zerschundenen Jeans weisen darauf hin, dass die sieben Jungs viel zu lange im Cover-Sattel gesessen haben. Originalität? Fehlanzeige. Alles wirkt kopiert und einstudiert. Mit Fluppe im Mundwinkel, weißen Unterhemden und Cowboyhüten stehen sie auf der Bühne wie billige Kopien alter Westernhelden. Welthits wie “I Say A Little Prayer” werden in die ewig gleichen Rhythmusstrukturen gepresst und mit überzogenem Redneck-Slang präsentiert. Das ist schon lange nicht mehr lustig, sondern langweilig und nervig wie alter Kautabak zwischen den Zähnen.

… schreibt die PRINZ über The Boss Hoss. Continue reading


Mar 11 2010

Festival Perle Tollwood-Sommer-Festival

In meiner Beschreibung des Blogs steht seit jeher auch der Begriff Musik. Nur ist es mir in den letzten Monaten nur unzureichend geglückt hier auch wirklich über Musik zu schreiben. Das soll besser werden und ich werde dann und wann einfach mal musikalisch drauf losplaudern. Zum Start gibt es aber erstmal eine kleine Serie.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich furchtbar gern auf Festivals gehen, auch wenn das in den letzten Jahren etwas abgenommen hat. Trotzdem liebe ich das Feeling und die entspannte Stimmung vor dem Zelt sowie die ausgelassene Party vor der Bühne. Continue reading


Dec 3 2009

Offene Privatfeier

Anfangs wirkte noch alles normal. Die Zuschauer strömten in kleinen Gruppen ins Übel & Gefährlich und stürzten sich mehr oder minder enthusiastisch auf die Getränke. Ein Moderator kündigte das Programm an. Erst gab es eine Lesung und dann drei Unplugged-Konzerte. Alles wirkte wie immer und doch beschlich mich mehr und mehr der Eindruck, dass hier etwas anders lief.

Um uns herum standen Menschen, die scheinbar nichts miteinander zu tun hatten und dann doch über Zweite und Dritte oder doch mal direkt irgendwie zusammen zu gehören schienen. Alle umarmten und herzten sich. Sie tranken, redeten und feierten ein wenig.

Die ungewöhnliche Mischung aus jungen, älteren und alten Menschen in verlodderten, normalen und overdressten Klamotten fand sich schlussendlich als große Gruppe zusammen. Jeder kannte jeden und irgendwie war es, wie in der Lokalisten-Werbung.

Nur hatte ich das Gefühl, ich sei der Einzige, der an diesem Abend Eintritt bezahlt hatte. Spätestens, als Ingo Pohlmann plötzlich neben mir stand, ein Astra in der Hand und ebenso Menschen umarmend und fröhlich lachend, wie der Rest der Bande.

Spätestens nach dem letzten offiziellen Konzert (Revolverheld), als sich der anscheinend zahlende Teil der Zuschauer verabschiedete und Pohlmann eine Jam Session um 1:00 nachts einläutete wurde es immer familiärer. Alle rückten noch enger zusammen, auf der Bühne wurde gelallt und unten gelacht.

Wie auf einer Privatfeier eben, wo sich doch alle über irgendwelche Ecken kannten. Nur ich nicht. Musste ich ja auch nicht. Schließlich war ich auf einem normalen Konzert. Oder?

Ein wenig merkwürdig schon, aber schlussendlich war es vielleicht auch genau das. Diese private, fast familiäre Atmosphäre, die die Viva con Agua Wassergala 2009 zu einem so wunderbaren Abend gemacht hat.